01.10.2007

Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt: Erfolgreiche Reformen der Agenda 2010 nicht rückgängig machen

Die derzeitige erfreuliche Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes ist ganz entscheidend mit auf die Reformen der Agenda 2010 zurückzuführen. Ein zentraler Bestandteil war dabei die Begrenzung der Bezugsdauer des Arbeitslosengelds für Ältere. Ich habe deshalb kein Verständnis dafür, dass nunmehr auch der SPD-Vorsitzende Beck eine Rolle rückwärts in die gescheiterte frühere Arbeitsmarktpolitik vollziehen will, erklärte Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt in Berlin. Eine erneut verlängerte Bezugsdauer beim Arbeitslosengeld würde Ältere nicht in neue Beschäftigung, sondern wieder die Frühverrentung befördern.

Damit wird bei dieser Arbeitsmarktgruppe der bisher erzielte Erfolg in höchstem Maße gefährdet. Nicht nur die Beschäftigungsquote Älterer ist in den letzten sieben Jahren von 37 Prozent auf mittlerweile fast 50 Prozent gestiegen. Auch die Arbeitslosigkeit der über 55jährigen konnte allein während des letzten Jahres um über 20 Prozent reduziert werden. Es wäre absurd, diese erfolgreiche Politik nun wieder durch Rückfall in die „Vor-Agenda-2010-Zeit“ zu gefährden.

Den Menschen hilft keine opportunistische Verteilung vermeintlicher neuer Wohltaten, sondern insbesondere den älteren Arbeitslosen nur eine konsequente Fortsetzung des Reformkurses. Eine Verlängerung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes schafft nur eine trügerische Sicherheit. Die Chancen für Ältere am Arbeitsmarkt verringern sich mit andauernder Arbeitslosigkeit. Deshalb wurde mit der Agenda 2010 die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes für Ältere von 32 auf 18 Monate begrenzt. Das sind immer noch sechs Monate mehr, als dies jahrzehntelang bis Mitte der 80er Jahres der Fall war, erklärte Hundt.

PRESSE - INFORMATION Nr. 76 / 2007, 01.10.2007
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